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Interview mit Firma Heinemann

Aktualisiert am: 28.11.2005 17:32
Oberflächenschonendes Sägen, Entgraten und Reinigen von Präzisionsstahlrohren

Die Redaktion der Sägebörse war zu Gast bei der Firma Heinemann GmbH & Co.KG in Siershahn. Im Rahmen unseres „Lohnsäger – Specials 2006“ sprachen wir schon heute mit dem Geschäftsführer, Herrn Klaus-Ulrich Heinemann über die Möglichkeiten seines Unternehmens, Änderungen im Kundenverhalten der letzten Jahre und Aussichten, Chancen und Konzepte der Zukunft.
Sägebörse:
Guten Tag Herr Heinemann, herzlichen Dank für Ihre Bereitschaft an unserem „Lohnsäger-Special 2006“ teilzunehmen und unsere Leser über Ihr Unternehmen und die allgemeine Situation der Banche aus Ihrer Sicht zu informieren.
Heinemann:
Guten Tag Herr Motte, es ist mir eine Freude Ihnen unser Unternehmen vorzustellen zu dürfen.
Sägebörse:
In den letzten Jahre hat sich das Profil der Lohnsägereien erheblich geändert. Während die einen immer globaler aufgestellt sein müssen um möglichst viele unterschiedliche Aufgaben für Ihre Kunden erledigen zu können werden die anderen immer spezieller und suchen Ihr Heil in Nieschen mit hoher Ausbringung und Qualität für ganz bestimmte Anwendungsbereiche. Zu welcher Gruppe würden Sie Ihr Unternehmen zählen?
Heinemann:
Wir haben uns auf den Bereich der Präzisionsstahlrohre spezialisiert. Wobei wir hier im Bereich bis 90 mm Aussendurchmesser ein möglichst großes Spektrum abdecken möchten. Wir fertigen sowohl die "normale Fixlänge", als auch Teile mit stark eingeschränkten Toleranzen, zum Beispiel für die Automobilzulieferindustrie. Hervorzuheben ist hier sicherlich die besonders oberflächenschonende Bearbeitung, welche anhand eigens modifizierter Sägezentren erreicht wird.
Sägebörse:
Wie erreichen Sie für Sich und Ihre Kunden die selbst gesteckten Vorgaben?
Heinemann:
Eine enge Zusammenarbeit mit dem Kunden ist wichtig. Ist uns der
Einsatzzweck eines Teils bekannt, legen wir die relevanten Prüfverfahren fest und können so hohe Qualität gewährleisten. Über das Gespräch mit dem Kunden ist es auch möglich Einsparpotentiale zu erkennen und dem Kunden beratend zur Seite zu stehen.
Sägebörse:
Die volkswirtschaftliche Situation ist hinlänglich bekannt. Nun profitieren Sägereien im allgemeinen nicht aus eigener Kraft vom wachsenden Auslandsmarkt. Wo sehen Sie Ihre Chancen im Binnenmarkt?
Heinemann:
Qualität und Termintreue müssen selbstverständlich sein. Darüber hinaus sind die Bauchschmerzen des Kunden auch unsere Bauchschmerzen. Das heisst wenn ein Kunde von uns kurzfristig Teile benötigt, sind wir aufgrund unserer täglichen Terminplanung in der Lage , diesem Kunden auch zu helfen. Dies
funktioniert wie folgt : Jeden Tag wird für den darauffolgenden Tag eine gewisser Anteil der Kapazitäten freigehalten um die sogenannten " Schnellschüsse " ausführen zu können. Bei der nächsten Terminplanung werden diese Kapazitäten dann wieder ausgefüllt. Wir unterstützen unsere Kunden aber auch bei der Disposition, um es gar nicht erst zu Engpässen kommen zu lassen.
Das heisst, bei regelmässigen Bedarfsfällen beobachten wir unsere Bestände und erinnern unsere Kunden, wenn notwendig, an Ihre Dispositionen. Dies macht uns nicht nur zu einem Lieferanten sondern zu einem Partner für unsere Kunden.
Wichtig ist uns auch unsere Flexibilität im Bereich der Verpackung und Etikettierung nach Kundenwunsch. Durch die Summe dieser Massnahmen versuchen wir uns von der Masse der Anbieter abzuheben.
Sägebörse:
Setzen Sie bei Ihrer Entwicklung auf zunehmende Automatisierung oder spielen auch wachsende Personalzahlen für Sie eine Rolle?
Heinemann:
Diese Frage müssen wir mit Ja und Nein beantworten. Ein Ja für
Automatisierung im Sinne von einem modernen Maschinenpark mit verketteten Prozessen wie Sägen-Entgraten-Messen-Reinigen-Rekonservieren. Ein Nein zu Einsparungen im Bereich erfahrener Maschinenbediener. Eine "mannlose" Maschine, wie sie von verschiedenen Herstellern propagiert wird, gibt es bei uns nicht. Es sind der prüfende Blick und die Erfahrung
des Mitarbeiters, der mit Beginn und während der Produktion Mängel erkennt und abstellt.
Sägebörse:
Schulen Sie Ihr Personal im eigenen Hause oder setzen Sie auf Fachpersonal?
Heinemann:
Wir haben zur Qualifikation und Weiterbildung der Mitarbeiter ein Schulungsprogramm eingeführt. Darüber hinaus gibt es permanent einen regen Gedankenaustausch zwischen Produktion, QS und Vertrieb, um Erfahrungen in die Entwicklung des Unternehmens einfliessen zu lassen.
Sägebörse:
Sie sitzen in Siershahn, auf halben Wege zwischen Köln und Frankfurt. Konzentrieren Sie Sich als regionaler Anbieter auf diese Ballungsräume?
Heinemann:
Nein, unsere Kunden finden sich in ganz Deutschland und angrenzenden EU-Ländern. Wir liegen sehr zentral, direkt an der Autobahn A3. Mit unseren ortsansässigen Spediteuren können wir sehr kurzfristig und vor allem auch kostengünstig liefern.
Sägebörse:
Auch was das Beistellen von Material angeht spaltet sich die Branche. Die einen haben sehr große Kunden mit eigenen Einkaufsabteilungen und hervorragenden Konditionen und kommen so nicht in die Lage selbst große Mengen von Vormaterial zu ordern und somit ihren Kunden einen Preisvorteil zu bieten, die anderen hingegen sammeln Bedarffälle aus ihrer Kundschaft und führen sie zu einem wirtschaftlich größerem Potential zusammen. Wo stehen Sie in diesem Spiel?
Heinemann:
Wir haben im Bereich des Rohrhandels über 30 Jahre Erfahrung. Speziell bei den Präzisionsstahlrohren haben wir beste Werks- und Händlerkontakte. Wir arbeiten jedoch auch direkt mit Rohrherstellern zusammen, welche natürlich in Lohnarbeit bei uns fertigen lassen.
Sägebörse:
Auf Ihrer Internetseite liest man immer wieder Hinweise auf den sehr hohen Qualitätsstandart Ihrer Arbeit. Wie dürfen unsere Leser sich das vorstellen? Was können Sie was andere nicht können?
Heinemann:
Ich denke, dass lässt sich an mehreren Punkten festmachen. Zum Einen haben wir unsere Sägezentren selber modifiziert und erreichen damit eine sehr oberflächenschonende Bearbeitung der Rohre. Viele Kunden lassen bei uns Rohre mit extrem empfindlicher Oberfläche bearbeiten. Dies wäre mit herkömmlicher Maschinerie nicht möglich. Zum Anderen betreiben wir einen überdurchschnittlichen Prüfaufwand, teils automatisiert, welcher bei uns lückenlos dokumentiert wird. Unsere Kunden sind jederzeit eingeladen, sich hiervon im Eigenaudit ein Bild zu machen.
Sägebörse:
Herr Heinemann, herzlichen Dank für das Gespräche.
Heinemann:
Ich danke Ihnen.

Mehr zur Firma Heinemann finden Sie, liebe Leser unter www.rohranarbeitung.de und mehr zum Thema Lohnsägereien erhalten Sie immer wieder im Laufe des Jahres 2006. Natürlich bei der Sägebörse.