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Bewo schreibt wieder schwarze Zahlen

Aktualisiert am: 06.02.2011 11:04
Bewo Cutting Systems schreibt dieses Jahr wieder schwarze Zahlen. Diese Prognose unterschreibt Marc Epping, Geschäftsführer vom Fabrikanten aus Tilburg für automatische Sägelinien zu 100%, da der Auftragsbestand schon bis Juli 2011 gefüllt ist. Um dieses Wachstum zu realisieren wurden interne Prozesse optimiert sowie die Zulieferkette verbessert.

Der Auftragseingang von Bewo war Ende 2010 um 300 Prozent größer als der Ende 2009. Das sagt natürlich nicht alles, weil 2009 ein Krisenjahr war, aber Fakt ist das der Auftragseingang der höchste in der Geschichte von Bewo war.
Was dieses betrifft kann es also schnell gehen. Es ist immerhin erst 2 Jahre her, dass Firma Bewo durch die Nivora Holding (ebenfalls Eigentümer von Safan und seit Anfang des Jahrs auch von Darley) übernommen wurde. Das ist die große Kraft einer Holding wie Nivora, wir haben keine finanziellen Miteigentümer im Nacken und können investieren in Mensch und Organisation auf lange Sicht. Selbstverständlich ist der Fokus auf die Synergien der 3 Schwesterunternehmen innerhalb Nivora gerichtet. Seitdem ist das Ruder umgeschwenkt.
Die neue Bewo Cutting Systems hat viel investiert in den Aufbau eines Partnernetzwerkes und die Entwicklung von Marketingaktivitäten in neuen vielversprechenden Ländern. Epping: „Länder wie England, Frankreich sowie Skandinavien waren immer schon wichtige Absatzmärkte für Bewo. Diese Märkte sind aber immer noch ruhig, damit werden wir es nicht schaffen. Deutschland, wo wir immer aktiv waren zieht auch an. Darum haben wir seit dem 01. September 2010 eine eigene Firma in Deutschland gegründet, die auch Ost-Europa bedient. Allerdings noch wichtiger für uns sind die Marktentwicklungen in den Vereinigten Staaten, Ost-Europa und den asiatischen Ländern wie Japan, Malaysia und Indonesien. Vorher war Bewo dort kaum aktiv, aber gerade darauf fokussieren wir uns mit einer passenden Strategie für jedes Land. Damit sind wir jetzt schon erfolgreich. Das Wachstum befindet sich in der Automotivsparte. In Japan liefern wir Anlagen an Honda, Suzuki und Toyota. Alles vollautomatische Anlagen für die Massenverarbeitung von Rohren und Profilen.“



























Komplette Lösungen

Bewo erntet Erfolge in den neuen Märkten, weil sie komplette innovative schlüsselfertige Lösungen bietet. Kunden finden in dem Niederländischen Produzenten einen Lieferanten der kundenspezifische Lösungen liefert; nicht nur für das Sägen, sondern auch für das Messen, Entgraten, Reinigen und Abstapeln der Werkstücke.
Vor fast einem Jahr war Bewo Aussteller auf der internationalen Fachmesse Tube & Wire in Düsseldorf. Dort wurde die neue automatische Sägelinie SCF-Sigma präsentiert, mit der SCD 90 Entgratmaschine und dem neu entwickelten SCR-90 Abstapel-Roboter, der eine grenzenlose Flexibilität an Abstapelmöglichkeiten bietet. Die SCF-Sigma sägt maximal 6 Werkstücke gleichzeitig und erreicht somit eine Stundenleistung von bis zu 15.500 Werkstücke.
Damit ist diese Anlage laut Bewo die schnellste Säge der Welt.
Vor allem seit der Präsentation während der Tube läuft es sehr gut. „ Seitdem sind die Aufträge exorbitant gestiegen“, sagt Epping. „ Und diese Entwicklung setzt sich täglich fort. Wir wussten nicht wie schnell wir die Produktion aufstocken konnten.“

Durchlaufzeiten verkürzen

Letzteres ist keine Sinekure. Durch die Insolvenz 2008 und die darauffolgende Wirtschaftskrise wurde in Tilburg ordentlich Personal und Lager abgebaut.. „Das kann man nicht von heute auf morgen umbiegen“, so Epping. „Doch wir müssen es, um die Lieferzeiten zu minimieren und zu verhindern, dass die Kunden sich für einen anderen Lieferanten entscheiden. Der mittlere Auftragswert einer Anlage liegt bei ca. € 350.000,00. Außer das diese Anlagen große Produktionflächen benötigen, haben sie auch lange Durchlaufzeiten. Wir setzen alles daran, um diese Durchlaufzeiten zu verkürzen. So ist zum Beispiel der Personalsbestand mittlerweile mit 50 Mitarbeitern zu beziffern. Sogar vier pensionierte erfahrene Mitarbeiter sind zurückgekehrt. Nicht nur um die Produktion zu unterstützen sondern auch um neue Mitarbeiter auszubilden.“ Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Erstellen der Zuliefer-Kette. Bewo hat eine Anzahl Zulieferer ausgesucht um diesen Wachstumsprozess zu folgen. 40% der benötigten Teile werden außer Haus gefertigt. Fanuc z.B. liefert den Robotter, während Bous die Reinigungsanlagen liefert. Mit diesen Partnern wird sehr eng zusammen gearbeitet.

In 2009 schrieb Bewo noch rote Zahlen – vor allem weil sehr viel investiert werden musste, letztes Jahr schrieben wir eine schwarze Null und dieses Jahr werden wir Gewinne einfahren. Es ist wieder genug cashflow vorhanden um in Forschung und Entwicklung zu investieren. Bewo hat die Freiheit die Säge-Anlagen weiter zu entwickeln und die Position im Markt als Nischenspieler weiter zu etablieren. Epping sagt das die wichtigsten weiteren Entwicklungen fokussiert werden auf Servo-Technik, wodurch die Wartung der Anlagen weiter minimiert wird, der Energie-Aufwand gesenkt wird und die Ausbringung erhöht wird. „Die Kosten pro Sägeschnitt ist das, was in unserem Business zählt“, so der Bewo-Geschäftführer.“Um diese Kosten soweit wie möglich zu minimieren streben wir nach einer höchsten Ausbringung. Natürlich müssen wir hierbei die engen Längentolleranzen beibehalten.“

Epping sagt, es gibt genug Signale vom Markt die die Erwartungen bekräftigen das sich die positiven Entwicklungen durchsetzen. Es sind die Global Player die seit der Tube in Düsseldorf ihre Budgets für Investitionen genehmigt bekommen. Wie zum Beispiel die Rohrhersteller ArcelorMittal, Benteler und Marcegaglia. Letztgenannter italienischer Produzent von Edelstahl-Rohr investiert mehrere Millionen in einer Produktionsstätte in Polen, wobei Bewo die Sägeanlagen für das Tube Servicecenter liefern darf. „Die Trendsetter investieren, die Anderen werden folgen“ so Epping optimistisch.